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Wann beginnt der Arbeitstag? Vor dem Kleiderschrank!

  • Business Knigge

Ja, mancherorts ist die Krawattenpflicht abgelegt und bei einer Meinungsumfrage unter Bankbesuchern einer gemeinnützigen, öffentlich-rechtlichen Universalbanken in kommunaler Trägerschaft im Hitze-Sommer 2018 wurde festgehalten, dass es der Kundschaft mehrheitlich unbedeutend ist, ob die Bankangestellte im schulterfreien Top und der Bankangestellte in Shorts am Schalter steht. Gut so wo es hinpasst, denn es erleichtert heutzutage und schenkt »Freiheit« - oftmals in der »Ausgestaltung« und »Freizügigkeit«, doch wie stets im Leben zählt auch hier: Eine jede Entscheidung bringt eine Konsequenz mit sich und die gilt es zu tragen…

Doch trotz aller Unkonventionalität gibt es auch heute noch gesellschaftlich wie unternehmerisch bedeutende Begegnungen, bei denen es sich empfiehlt, den Arbeitstag vor dem Kleiderschrank zu beginnen. Gerade kürzlich saß ich mit einem Herrn zusammen, bei der unsere Begegnung abseits der wertvollen besprochenen Inhalte manch Augenweide sowie Erlebnis mitbrachte, die mich doch zugegeben in manchem Moment erstaunte. Gerade deshalb, weil es mir allzu oft in solchen Begegnungen passiert, dass gerade diese Herren (es gibt im Übrigen auch Damen, die hierin auf ihre Art und Weise „glänzen“!), diese Themen des wertschätzenden Umgangs miteinander als eines derer bezeichnen, die ja nur die anderen betrifft, weil »er« oder »sie« das doch alles kennen. Kennen vielleicht, doch können?

Ja, es gibt sie noch: Die Herren, deren Stilberatung den Hinweis vergas, dass ein langer Strumpf der Socke vorgezogen werden sollte oder auch das die Knöpfe am Jackett nicht nur zur Zierde angenäht sind, sondern dafür gedacht, dieses je nach Anzahl derer nach dem Aufstehen anteilig zu schließen.

In obiger Begegnung war ich offiziell zu einem Lunch geladen und ich erfuhr, dass es in diesem Unternehmen zahlreiche große, nationale wie internationale Geschäftsabschlüsse gibt, die nach einer Produkt- oder Dienstleistungsbesprechung das wirklich finale Miteinander (oder eben auch nicht) bei Tisch finden. So etwas freut mich stets zu hören, denn viele unserer europäischen Nachbarn machen es uns vor, dass bei einem ausgiebigen Essen mit entsprechendem Plausch ausgelotet wird, wie »das Gegenüber« ist und ob das miteinander ins Geschäft kommen wirklich gut ist. Wie gut täte es, wenn mein Gesprächspartner sodann um manche Empfehlung reicher gewesen wäre, die mich von seiner Gesellschaft »nach dem kommunikativen Vorspiel« des Beherrschens aller Umgangsformen wirklich überzeugt hätte.

Die Regie im Restaurant will gekonnt geführt werden und wer die Geschäfte bei Tisch besiegeln und dabei sich und anderen Enttäuschungen ersparen will, empfehle ich eines aufzugreifen: »Die wertvollste Investition seit es Tischsitten gibt.« Für ein souveränes Wirken von der Auswahl (Imbissbude oder Gourmettempel) bis hin zum Zahlen der Rechnung und der „Zahnstochernutzungsverordnung“. Denn auch das ist eine Frage von Wertschätzung!

Nur damit wir uns richtig verstehen: Der Inhalt einer jeden Unterhaltung ist immer noch das Wertvollste und die Kunst, meinen Gegenüber so zu behandeln, wie dieser behandelt werden möchte und auch ich mich in dessen Gesellschaft wahrgenommen fühle, von bleibender Bedeutung. Doch das Praktizieren von etwas mehr »Savoir Vivre« kann im Puzzle eines oft mehrstufigen Geschäftsabschlusses das entscheidende fehlende Teilchen für den durchschlagen Erfolg sein. Somit tut es einfach gut, wenn »kennen« und »können« übereinstimmen.