Header Blog Laptop Tastatur
  1. Home
  2. ... schreibt
  3. Selbstverständlich oder ein DANKE wert?

Selbstverständlich oder ein DANKE wert?

  • Persönlichkeit und Werte

Verletzte Gefühle?
Oder sind es eher die Erwartungen, die verletzt wurden?
Wie ist das bei Ihnen?

Oft kann ein DANKE gar nicht gegeben werden, denn nicht jeder Mensch hat Empathie für eine Situation und wir alle sind Unikate und haben ein anderes Werteverständnis.
Was bleibt ist: DANKE ist neben BITTE eines der schönsten Worte, die wir haben!

Anfangs ist es noch WOW, doch wie hörte ich kürzlich: „Ab dem zweiten Mal wird es zur Tradition.“
Ist das fair?
Ist das der Person gegenüber wertschätzend, die sich immer wieder den Gedanken macht?
Die etwas Gutes tut, etwas gibt.

Wenn etwas immer wieder kommt, so ganz automatisch, ohne dass darum gebeten wird oder der Wunsch danach entsteht, wird es blitzschnell zur Selbstverständlichkeit, zur Gewohnheit.
Und für Gewohnheiten scheint das kleine Worte DANKE, das eine so große Wirkung hat, ein Fremdling zu sein.

Doch wie in dieser kürzlich erfahrenen Situation hat die Person sogar vorher gefragt, welche Sorten denn gewünscht sind. Auf meine Frage, wie die Antwort war, kam: »Das was du auch gerne trinkst.«
»Und?«, frage ich, »Welche Sorten sind das?«
»Ich trinke so gut wie keinen Kaffee, ab und zu, doch eher selten mal einen Espresso. Und geschmacklich bin ich für alles zu haben, da ich zugegeben den Unterschied kaum schmecke und mir das vor allen Dingen nicht merken kann, was mir wirklich gut geschmeckt hat.«

Trotzdem setzt sie sich hin und beschäftigt sich mit der Vielfalt, die Nespresso da so anbietet - das ist wie wir wissen eine der kostenintensivsten Anbieter, bei der das Kilo umgerechnet gut 80 Euro kostet, doch dass soll es sein, wir legen ja auch sonst viel Wert auf Qualität und wenn schon Kaffeegenuss, dann auch bitte wirklichen Genuss - und es wird bestellt. Jede Menge Kapseln, in verschiedenen Stärken und unterschiedlicher Geschmacksprägungen.

Die Bestellung kommt, die Rechnung wird entnommen, die Vollständigkeit geprüft und der prall gefüllte Karton hingestellt.
Und?
Kein Kommentar. Irgendwann ist der Karton weg, vermutlich verräumt. Stillschweigende Entgegennahme eines Wertes von rund 50 Euro.

Was war passiert?
Da gab es eine Erwartung seitens der gebenden Person und die wurde nicht erfüllt.
Die beschenkte Person wusste von dieser Erwartungshaltung nichts.
Wenn wir also wollen, dass wir Wertschätzung erfahren, sind wir selbst gefordert, dafür Sorge zu tragen?
In gewisser Weise schon, denn dann kann es kaum mehr dazu kommen, dass unsere Erwartungshaltung enttäuscht wird.
Vermutlich hätte es die Situation geändert, wenn das Kaffeegeschenk nicht einfach hingestellt, sondern überreicht wurde, mit ein paar netten Worten: »Hab stets einen guten Kaffeegenuss und wenn du mir mal  notierern kannst, welche Sorten dir am besten schmecken, dann kann ich das nächste Mal noch geschmacksgezielter für dich bestellen.« Und wenn keine Gelegenheit für ein persönliches Wort, kann schon ein kleines Post-it eine große Wirkung haben. Für beide!

Meine Empfehlung: Werden wir immer wieder neu erfinderisch, um auf charmante Art zu sagen: »Das ist für dich und ich habe mir jede Menge Gedanken gemacht, dir eine Freude zu bereiten.« Es lohnt sich, denn es bereichert beide. Die beschenkte Person erfährt davon, welch individueller Gedanke sich gemacht wurde und fühlt sich wahrgenommen und die schenkende Person erfährt Wertschätzung für das Gegebene.

Bleibt nur die Hoffnung, dass die Person aus dieser Kaffeegeschichte sich davon inspirieren lässt und beim nächsten Mal auf die Frage, welche Sorten es denn sein dürfen und die gleiche Antwort kommt »Das was du auch gerne trinkst.«, sie nicht sagt: »Gut. Ich trinke ungern Kaffee. Dann bestelle ich gar keinen.« Schade wär’s!

 

Ähnliches habe ich aus einem Unternehmen erfahren.
Ein kleines Unternehmen und das Jahr war sehr schwer, das Budget nicht erreicht, die Stimmung entsprechend angespannt. Und doch hat die Unternehmensführung sich entschieden, aus der privaten Schatulle wenigstens eine kleine Anerkennung als Weihnachtsgratifikation zu zahlen. 50 Euro, weil mehr einfach nicht geht. Die Worte in der Überweisung »Weihnachtsgratifikation 2018«.

Auf meine Frage, welche Erwartungshaltung mit dieser Überweisung einherging hörte ich: »Der Betrag ist gering und was sind heute schon 50 Euro. Und dennoch hätte ich mich gefreut, wenn ich wenigstens kleines DANKE gehört hätte.«

Wie oft der Kontostand geprüft wird, mit welcher Genauigkeit der Blick in die Kontobewegungen geht, ob die Person diese 50 Euro überhaupt wahrnimmt, da sie selbst gegebenenfalls gar nicht über den eigenen Kontostand richtig informiert ist - es gibt so viele Erklärungen.
In Ergänzung zu dem reinen Verwendungszweck »Weihnachtsgratifikation 2018«, empfehle ich ein paar Worte mehr - gesprochen oder auch mit ein paar lieben Worten schriftlich festgehalten. Dieser Austausch ist bereichernd für beide und schenkt jede Menge Glücksgefühle.

 

Was bleibt ist, dass es nichts Schöneres gibt, als etwas zu geben und zu empfangen und ich selbst empfinde stets ein ganz besonders berührendes Gefühl, wenn ich DANKE sagen darf.
Denn da ist ein Mensch, der sich für mich Gedanken gemacht hat, der mir etwas Gutes tut.
Und dafür braucht es bitte noch nicht einmal ein Geschenk…das freundliche Wort, das Lächeln, das Vorlassen an der Kasse im Supermarkt, das zur Seite gehen, weil die Straße zu eng ist oder auch jede Menge Situationen im Kollegium, unter Freunden oder in der Familie.
Nichts ist selbstverständlich und hier und da ein wahrhaft gemeintes DANKE tut allen gut.

 

Ich würde mich freuen, Sie finden heute eine Gelegenheit DANKE zu sagen und damit selbst ein Geschenk der Wertschätzung zu überreichen.
Und dann halten Sie einen Moment inne und lassen sich mitreißen von dem Feuerwerk des Glücks, welches Sie durchströmt.
Lassen Sie es ruhig zu, es tut nicht weh und zaubert Ihnen ein warmes Lächeln auf Ihr Gesicht, dass Ihnen richtig gut steht!