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Ich höre, was du sagst ...

  • Führung und Kommunikation

»Ich höre, was Du sagst und bin beeindruckt von dem, was Du tust.«

Diesen Satz habe ich von Großmeister Prof. Samy Molcho und wenn sich einer mit dem Kommunikationsmittel unserer Körpersprache auskennt, so ist das nach meiner Einschätzung dieser wunderbare Mann und Mensch. Jede Begegnung mit ihm war und ist ein kleines, großes Wunder und ein Geschenk sowieso, denn immer wieder überrascht er mich mit einem bedeutenden Detail vom größten Schwätzer aller Zeiten, unserer Körpersprache.

Schauen Sie das nächste Mal doch einfach Mal genau hin, wenn Ihnen jemand etwas sagt und Sie werden feststellen, wie oft das gesprochene Wort zu dem, was wir körpersprachlich zum Ausdruck bringen, nicht wirklich passt. Ein Beispiel: »Mit einem kleinen Geldbetrag können wir etwas Großes bewirken.« Allzu oft erlebe ich, wie die Hände bei dem Wort »einem kleinen Betrag« weit auseinander gehen und bei »etwas Großes bewirken« wieder zusammen. Und dabei hat es genau andersherum zu sein, damit das gesprochene Wort und die Körpersprache im Einklang sind.

Ein weiteres Beispiel: »Ich bin sehr zufrieden mit Deiner Arbeit.« Nun stellen Sie sich vor, der Mensch, der Ihnen das sagt, steht vollkommen regungslos vor Ihnen, die Arme wie zwei tote Fische am Körper hängend. Na, was denken Sie? Vermutlich so etwas in die Richtung wie »Ja, das sehe ich...« Würde dieser Satz mit einem körpersprachlichen Ausdruck von Begeisterung und damit in Verbindung einer adäquaten Bewegung der Arme und Hände einhergehen, wäre die Bedeutung für Sie vermutlich eine andere.

A propos adäquate Bewegungen: Oft hören wir etwas von großen und kleinen Hand- und Armbewegungen, doch zutreffend sind adäquate und inadäquate Bewegungen.

Jede Bewegung wirkt, denn jede Bewegung verursacht eine Veränderung.

Kneifen ist auch eine Bewegung und der Beweis für unsere Existenz. Wenn jemand nicht reagiert, bedeutet das: »Du bist für mich nicht existent.« Und wie oft erleben wir das selbst: Reagieren wir nicht, so wirkt unser Gegenüber noch mehr auf uns ein. Solange, bis wir eine Reaktion zeigen, eine Veränderung. Bestenfalls die, welche unser Gegenüber erwartet… So entstehen im Übrigen oft Gewalttaten: Das Opfer reagiert anders als der Täter es erwartet.

Damit: Eine Bewegung ist nicht zufällig, sie ist die Folge eines Reizes.

Alles, was der Körper macht, passiert im hier und jetzt, kein gestern und kein morgen.

Körpersprache ist etwas, was ich tue, was andere Menschen sehen und wahrnehmen und das oft in ihrer eigenen Interpretation. Somit appelliere ich daran, eine beobachtete Körpersprache niemals aus der Situation heraus zu trennen, denn oft wissen wir um die doch gar nicht. Da sehen wir einen Menschen in einem Gespräch, zwar so nah, dass wie die Person und ihre körperliche Handlung erkennen, doch nicht hören, was gesprochen wird und damit wissen wir allzu oft nicht um die Situation, in der diese Person gerade ist. Wie bitte wollen wir jetzt die beobachtete Körpersprache wirklich deuten? Unser Körper hat so viele Möglichkeiten etwas zum Ausdruck zu bringen, sodass wir gut daran tun, eine Interpretation ausschließlich in der Situation zu betrachten.

Keine Sorge: Unser Körper ist kein Verräter, unser Körper bringt zum Ausdruck.

Und unser Verhalten erweckt bei anderen Empfindungen.