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Business Coaching - interner oder externer Coach?

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Business Coaching - intern oder extern?

Wenn Sie mich fragen: „es kommt darauf an.“
Und damit will ich einer konkreten Antwort nicht ausweichen – es gibt einfach keine und damit kein „besser“ oder „schlechter“ ob der Frage nach einem internen oder externen Coach.
Ein interner Coach ist in ein Unternehmen strukturell, finanziell und auch sozial eingebunden und mit diesem vertraut.
Ein externer Coach ist unabhängig und kommt fremd von außen dazu.
Es geht um die Situation im Unternehmen, die Situation des Mitarbeitenden, der in einem solchen Coaching arbeiten möchte und letztendlich auch um die Situation des Coachs selbst.
Und so passt in einer Fragestellung der interne und in einer anderen Fragestellung der externe Coach besser im Sinne eines nachhaltigen Erfolgs.

 

Unterstützende Gedanken für ein internes Coaching

„Ihnen muss ich ja nicht erklären, wie es bei uns läuft“, denn der interne Coach weiß um die internen Systeme, Prozesse und Personen. Damit kann das interne Coaching einen Beitrag zur Organisationsentwicklung leisten. Genau dann, wenn sich Entwicklungsthemen in ihrer Vielzahl verdeutlichn und daraus ergänzende Beiträge seitens des Coachs geleistet werden, wie Training, Managemententwicklung und Recruiting. Wenn es richtig gut läuft, kann der interne Coach für eine innovative Personalentwicklung stehen und damit der Stärkung des Employer Brand dienen. Doch all das wird nur in größeren Unternehmen zu finden sein weniger in klein- und mittelständischen Betrieben.

In klein- und mittelständischen Unternehmen wird die interne Form eines Teamcoachings am neutralsten sein, da hier aus der Erfahrung heraus meist keine solch inhaltliche Tiefe erreicht wird, wie in einem Einzelcoaching. Doch auch hier gilt es, sich im Rahmen des Entscheidungsprozesses den kritischen Gedanken zu stellen.

 

Kritische Gedanken zum internen Coaching

Es geht um die Tilgung des Spannungsfeldes von Nähe und Distanz.

Grundsätzlich gilt es für das Unternehmen abzuschätzen, ob sich ein interner Coach wirtschaftlich darstellen lässt, denn meist rechnet sich dieser nur, wenn Coaching langfristig angesetzt ist. Dennoch hat das Unternehmen eine gewisse Größe zu haben und in etwa 20 bis 30 Coachings pro Jahr gegeben sein. Denn kann ein interner Coach sich nicht „nur“ darum kümmern, sondern hat zudem seiner eigentlichen Tätigkeit nachzugehen, stellt dies neben einer ansteigenden Arbeitsbelastung für diese Person das Thema der Neutralität auf einen besonderen Prüfstand.

Der interne Coach braucht Coaching-Kompetenz, die ohne qualifizierte Ausbildung nicht zu haben ist. Insbesondere, um abwägen zu können, wann eventuell eine Grenze erreicht ist, ab der ein Coach nicht mehr helfen kann und ärztlicher Rat hinzugezogen werden sollte. Der Grad zur Psychotherapie ist an mancher Stelle verdammt schmal und der Coach hat dort, in der Therapie, nichts zu suchen.

Der interne Coach kann nur dann erfolgreich arbeiten, wenn er sich einer Akzeptanz im Unternehmen sicher sein darf. Oft ist mit Misstrauen seitens der Mitarbeitenden zu rechnen, die sich insbesondere auf die Themen Vertraulichkeit und Schweigepflicht auswirken.

Der interne Coach ist Teil des Unternehmenssystems und wird somit vermutlich nicht das eigene System in Frage stellen, was einige Kritiker besonders in den Vordergrund stellen. Hierin mischt sich der Tatbestand, dass ein internes Coaching faktisch nicht ohne Wissensbeteiligung anderer Personen stattfindet. Je nach Organisationskultur kann der Coach schnell als „Nachhilfelehrer für Leistungsschwache“ deklariert werden und der Mitarbeitende, der sich in dem Coaching gewissen Fragestellungen widmen möchte, kann schlimmstenfalls mit „Gesichtsverlust“ im Kollegium rechnen.

Die Themenvielfalt in einem Coaching durch einen internen Coach ist begrenzt, was mit der Stabs-Verbundenheit und dem Thema „auf Augenhöhe“ verbunden ist.

Es passiert schnell, dass es zu einer Vermischung von kollegialer Beratung und einem Business Coaching kommt. Die kollegiale Beratung ist richtig gut, um schnell, unkompliziert aktuelle Fragestellungen oder Konfliktsituationen zu besprechen. Doch es gibt eben auch andere Fragestellungen und hier ist das Thema der Neutralität oft eben fraglich.

Interne Coaches sind „auch nur Menschen“ und somit bedarf es im Rahmen all der guten Absichten, einfach einer hohen Kunst, das Bild des Mitarbeitenden weiterhin neutral zu sehen und diese Neutralität auch bei zukünftigen Beurteilungen zu wahren.

Gleiches gilt mit der Brille des Mitarbeitenden auf der Nase, denn immerhin besteht auch die Gefahr, dass der Mitarbeitende das Gespräch mit dem internen Coach deshalb sucht, um seine eigenen Karrierechancen zu beflügeln.

 

Kritische Gedanken zum externen Coaching

Der externe Coach verfügt nicht über oft gewünschte aktuelle und fachliche Begebenheiten sowie interner Abläufe im Unternehmen. Dadurch wird oft in Frage gestellt, wie ein Coaching tragfähige Lösungen zeitnah entwickeln kann, die dann auch noch kurzfristig umgesetzt werden können.

Ein externer Coach kostet Geld…und ein richtig guter meist viel. Umso wichtiger ist es, den für das eigene Unternehmen besten und damit richtigen Coach zu finden. Damit es nachhaltig gut wird!

 

Unterstützende Gedanken für das externe Coaching

Der externe Coach baut auf eine sachliche wie emotionale Neutralität gegenüber den beteiligten Personen und auf Professionalität (sofern Sie sich einen Profi suchen).

Diese Nicht-Zugehörigkeit ermöglicht es dem Coach, einen geschützten Raum zur Verfügung zu stellen, in dem der Mitarbeitende nichts zu befürchten hat. Der Mitarbeitende im Coachingprozess kann somit seine Gedanken frei artikulieren, Schwächen zugeben und auch gewisse Zweifel am System äußern, ohne Angst um negative Folgen seiner Stellung im Unternehmen haben zu brauchen.

Der externe Coach kann aufgrund seiner Außenstellung oft Fragen stellen, die den Mitarbeitenden wirklich einmal aus seiner Perspektive holen und die Situation „von außen“ betrachten lassen. Es ist einfach so, dass der Perspektivwechsel eines der fundamentalsten Elemente in einem guten Coaching ist.

Insbesondere hochrangige Führungspersönlichkeiten schätzen den unvoreingenommenen Blick eines Externen, denn sie brennen auf die „neuen“ Fragen, die intern keiner mehr stellt und die Führungskraft sich selbst meist auch nicht mehr.

Bei diesen Fragestellungen ist ein externer Coach zudem besonders empfehlenswert:

   ! Es gibt Konflikte in der Unternehmensorganisation, deren Lösung maßgeblich von der Neutralität eines Coaches abhängt.

   ! Höchste Diskretion zum Schutz einzelner Personen hat Bedeutung, damit ein Coaching nicht als Schwäche ausgelegt wird.
     (Deshalb sollte ein Coachinggespräch bitte auch nicht in den firmeneigenen Räumlichkeiten stattfinden).

   ! Gerade hochrangige Führungspersönlichkeiten suchen eine hierarchieunabhängige Beratung,
     was bei rangniedrigeren Fachkräften in diesem Bereich nicht gegeben ist.

   ! Die internen Entwicklungsmaßnahmen für die Mitarbeitenden sind schon gut,
     doch hier eine Unterstützung durch externes Know how zu bekommen, kann diese nochmals beflügeln.

   ! Bei großen Unternehmen, wenn hier Fusionen und Übernahmen anstehen, ist die Kulturneutralität des Coaches
     für eine erfolgreiche Vermittlung zwischen den sich noch fremden Menschen unerlässlich – wenn es gut werden soll.

   ! Und weil es so wichtig ist, noch einmal: wenn explizit die Sicht einer externen Person gewünscht ist, da hierin die Chance steckt,
     auf Lösungen zu kommen, die organisationsintern bisher nicht zu finden waren.
     Der Blick von außen kann so wertvoll sein! Nutzen Sie ihn!